Mit "Rattlesnake Shake" bringt der, hier mit Band auf eigenen Pfaden wandelnde Gitarrist Rick Vito, sattsam bekannt aus seiner Arbeit in Bob Segers "Silver Bullet Band" oder mit Jackson Brown, erneut ein Soloabum mit gutgelauntem, schwungvollem Bluesrock heraus. Den Titelsong entlieh er bei einem weiteren Brötchengeber: Peter Greens "Fleetwood Mac".
Rick
Vito - "Rattlesnake Shake"
Jener Titelsong, mit dem die Platte auch beginnt, erweist sich auch gleich als eines der Highlights der CD und hält (immerhin stammt es von Peter Green selbst) auch schärferem songwritertechnischen Abklopfen stand. Leider lässt sich dies für Vitos eigenes Material so nicht sagen zu oft ergeht er sich in textlichen und inhaltlichen Versatzstücken, die man alleweil zu kennen glaubt. Hört man jedoch an den Texten vorbei, so kann man sich an brillantem Gitarrenspiel freuen vor allem Vitos Slidegitarre sucht ihresgleichen und auch die Band läuft präzise wie ein Uhrwerk.
So könnte man die Platte als "nett und unterhaltsam" abtun, wäre da nicht der Song "I am not alone": Hier geht Vito, der sich ansonsten gern hinter textlichen Belanglosigkeiten zu verstecken scheint, endlich aus sich heraus und wird persönlich. Im Ergebnis, obschon ein leiser, traditioneller Slow-Blues, ist "I am not alone" ein wirklich ins Mark treffender Song. Hier zeigt Vito die Seele und auch das sängerische Format, das man beim Rest vermisst und lässt die Konkurrenz tatsächlich weit hinter sich.
Rick Vito kann es also wenn er will oder darf. Mag sein, dass er gezwungen ist, sich am kommerziellen US-Markt zu orientieren, der Entertainment und Autoradiotauglichkeit verlangt. Dieser Anforderung wird das Album gerecht. Wer echte Tiefe sucht, muss sich mit jenem einen Song begnügen. Der allerdings lohnt den Kauf der Platte bereits.
Frank Bongers
CD: Rick Vito - "Rattlesnake Shake" (HYP 4229)
Rick Vito im Internet: www.rickvito.com
Hypertension Music im Internet: www.hypertension-music.de
Cover: Friedel Muders/Fuego