Mit "Naked Breath" zeigt die Sängerin, Produzentin, Komponistin und Texterin Monday Michiru uns eine andere Seite ihrer Selbst. Wie im Albumtitel angedeutet, "nackt" und "rein", erklingt ihr Gesang, lediglich begleitet vom zarten Klang einer Gitarre.
Monday
Michiru - "Naked Breath"
Standen auf dem Album "Optimista", eingespielt 1999 für Polydor/Japan, noch eine große Besetzung und ein perfekt produzierter Sound im Vordergrund, ist diesmal alles erheblich reduzierter. Michirus Gesang, dem man die gute Ausbildung, das Können bei jedem Stück anhört, ihre durch den Raum schwebende wunderbare Stimme, ist hier nicht Beiwerk, sondern eigentlicher Gegenstand des Albums.
Der Umzug der Musikerin nach New York hat offenbar auch eine Besinnung auf das Wesentliche mit sich gebracht. Hier gilt eindeutig: weniger ist mehr. So dient das zurückhaltende, begleitende Gitarrenspiel von Adam Rogers lediglich der Untermalung und Unterstützung. Ganz allein "Michiru pur" singt die Künstlerin sich durch ihre Songs, voll Empathie, voll Struktur, perfekt, aber nie zu perfekt.
Der größte Teil des derzeit auf der Jazzvocal-Boom-Welle mitreitenden Gesangsgeschwaders kann im Vergleich zuhause bleiben: hier ist eine Stimme, die sie alle in den Schatten stellt rein und klar. Und, man höre und staune, es ist eine Eigenproduktion, ausschließlich erhältlich über die Michiru-Website und das Projekt "ArtistShare". Kunst in der Hand der Künstler so sollte es sein. Wow!
Carina Prange
CD: Monday Michiru - "Naked Breath" (ArtistShare 0004)
Monday Michiru im Internet: www.mondaymichiru.com
Cover: Jennifer Harris, Juan Chami
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Michiru - "Endless power" - Interview (erschienen: 14.1.2000)