Man muss sich schon was einfallen lassen, um heutzutage als weibliche Jazz-Stimme aus der breiten Masse herauszuragen. Individualität ist eine mögliche Maßnahme, der sich auch Elisabeth Lohninger auf ihrem neuen Longplayer mit dem Wegzehrenden Titel "Songs Of Love And Destruction" zugewendet hat.
Elisabeth
Lohninger - "Songs Of Love And Destruction"
Diese gilt zum einen für ihre Stimme, die Tiefe und Breite, zugleich aber auch interpretatorische Winkelzüge und Hakenschläge gemeinsam mit durchgehender Jazz-Sensibilität koppelt und so eine Art Ästhetik entwickelt, die das Geheimnisvolle und das Mystische, aber auch das Verspielte an einen Tisch bringt. "Ich habe die Idee für dieses Album schon seit Jahren in mir herumgetragen" wird Lohninger in der Presseinfo zum Album zitiert, was man dem Album durchweg anhört.
Das Dutzend Titel sprüht förmlich vor Vielschichtigkeit, ob nun durch die Vermischung von Eigenkompositionen mit Klassikern von K.D. Lang oder Joni Mitchell, oder in der Verwendung von Englisch und Spanisch, oder aber durch die teils aus einem Musical entnommen wirkende Verwunschenheit, die eine ureigene, mitunter etwas zu individuelle Stimmung erzeugt.
"Songs Of Love And Destruction" ist alles andere als ein gewöhnliches Vocal Jazz-Album, dass es verdient hat, einer breiteren Masse zugänglich gemacht zu werden; gleichzeitig wehrt sich das Album-Konzept mit jeder Faser gegen jenen öffentlichen Zugang. Wenn es jemals so etwas wie Underground-Vocaljazz gab dieses Album lebt ihn.
Michael Arens
CD: Elisabeth Lohninger - "Songs Of Love And Destruction" (Lofish Music LOFISH 079)
Elisabeth Lohninger im Internet: www.lohninger.net
Lofish Music im Internet: www.lofish.com
Cover: Bruno Silva