Kompromisslos, leichtfüßig und wach kommt "Glory & Decay", das Debütalbum von Shoot The Moon, daher. Das klavierlose Septett um die Saxophonistin Almut Schlichting spielt modern-jazzhafte Songs einer ganz eigenen Art.
Shoot
The Moon - "Glory & Decay"
Anstatt sich an die Bearbeitung von Jazzstandards zu machen, hat Schlichting einen eigenen Set von Songs komponiert und lässt diesen von der Sängerin Winnie Brückner interpretieren. In deren Simme liegt etwas Weiches, Ungekünsteltes, wodurch "Glory & Decay" eine pop-hafte Note bekommt, die sich in den Veröffentlichungen der Jazzwerkstatt sonst nicht findet.
Shoot The Moon machen auf ihrem Debütalbum deutlich, dass Komplexes und Eingängiges dicht beieinander liegen und sich überaus fruchtbar bereichern können. Funky und melodiös zeigt dieses Thelonious-Monk-mäßige Album, wie etwas deutlich auf den Punkt gespielt werden und trotzdem eingängige Eleganz verbreiten kann.
Was kommt wohl als nächstes von Shoot The Moon? Popklassiker, gegen den Strich arrangiert, oder eine völlige Neuinterpretation der Drei-Groschen-Oper? "Glory & Decay" jedenfalls schraubt die Erwartungshaltung mächtig hoch.
Michael Freerix
CD: Shoot The Moon - "Glory & Decay" (Jazzwerkstatt JW 053)
Shoot The Moon im Internet: www.shootthemoonberlin.de
Jazzwerkstatt Records im Internet: www.records-cd.com
Cover: Chris Hinze