Der norwegische Bassist Mats Eilertsen hat bereits mit Pat Metheny, Kenny Wheeler und Nils Petter Molvaer gespielt. Vor diesem Hintergrund steht außer Frage, was sich auf Radio Yonder findet: atmosphärisch-dichter "nordic-jazz" mit einem besonderen "Touch".
Mats
Eilertsen - "Radio Yonder"
Dafür hat Mats Eilertsen auf seinem dritten Album ein feines Trio, bestehend aus Tore Brunborg am Saxophon, Thomas T. Dahl an der Gitarre und Olavi Louhivuori am Schlagzeug, um sich geschart. Dieses Mal verzichtet er auf die Zusammenarbeit mit dem Cellisten Ernst Reijseger, was seiner Musik einen bedeutend erdigeren Charakter verleiht.
Stattdessen übernimmt hier die Gitarre die Führung, durch die sich ein angerauter Charme über alle Kompositionen verbreitet. Allein die Abwesenheit von Klavier oder Keyboards gibt "Radio Yonder" einen Klang, der dieses Album von anderen dieses Genres unterscheidet.
Zwar wird auch hier auf langsam sich aufbauenden Spannungsbögen mit langen Solopassagen einzelner Instrumente gesetzt, doch verleihen die kurzen, eruptiven Ausbrüche, in denen diese immer wieder gipfeln, dem sphärisch-weichen Grundton dieses Albums einen Hauch von Experimentalität. Das unterscheidet die neun Kompositionen von "Radio Yonder" vom süffisant-satten Wohlklang eines Jan Garbarek.
Zur Überraschung findet sich sogar eine Coverversion des A-ha-Hits "Hunting High And Low" auf diesem Album. Dies ist wohl ein leicht ironischer Schlenker in eine Welt, die hier eigentlich weit entfernt scheint, doch dem Bassisten Mats Eilertsen nahe steht und seinen Unabhängigkeitsdrang akzentuiert.
Michael Freerix
CD: Mats Eilertsen - "Radio Yonder" (Hybro CD2501)
Mats Eilertsen im Internet: www.matseilertsen.com
Hybro Records im Internet: www.grappa.no
Cover: n.n.