Unit Five ist das erste Album des 34jährigen Genueser Bassisten Massimiliano Rolff als Bandleader, von dem auch alle Kompositionen und Arrangements stammen. Es ist eine Zeitreise geradewegs in die 50iger Jahre. Harttreibende Beats, knappe Themen, klarstrukturiertes Band- und Solospiel, lodernde Feuer, die nicht in einen Flächenbrand ausarten.
Massimiliano
Rolff - "Unit Five"
Rolff hat sich bei diesen Aufnahmen ganz seinem Spielideal, das da Hardbop heißt, gewidmet. Er tut dies gekonnt und mit Hingabe aber auch nach dem Motto: bloß keine Experimente. Stand der Hardbop ursprünglich für Aufbruch, als ein feuriger Gegenentwurf zum kühl-intellektuellen Schliff eines Cool Jazz und der letztendlich den Weg zu einem modalen und freien Jazz ebnete, so wird auf "Unit Five" der Rückblick zelebriert.
Die fünf Musiker tun dies mit Geschmack und Imagination. Vor allem aber mit dem richtigen Gespür für den jeweiligen Gehalt einer Komposition. Interessant, dass das Quintett anstelle eines Pianos mit einer Gitarre besetzt ist. Massimo Curro ist, wie seine Kollegen, ein versierter Musiker, der solistisch glänzt und als Begleiter für ein solides harmonisches Fundament sorgt. Besondere Akzente setzt auch der Trompeter und Flügelhornist Giampiero Lo Bello. Er verfügt über den nötigen Drive und geht mit Engagement zur Sache. Ein Mann, von dem bestimmt noch einiges zu hören sein wird. Sicher und abgeklärt führt Massimilano Rolff auf dem Bass das Quintett an. Reminiszenzen an Horace Silver, Art Blakeys oder das Sonny Rollins-Clifford Brown Quintett sind mit Sicherheit beabsichtigt.
Herbert Federsel
CD: Massimiliano Rolff - "Unit Five" (Eigenverlag)
Massimiliano Rolff im Internet: www.rolff.it
Cover: n.n.