Glücklicherweise ist jeder Mensch verschieden und so ist die Rezension einer Weihnachtsplatte etwas, was der Autorin schwerfällt, da sie so gar kein "Weihnachtsmensch" ist. Da Till Brönner aber das genaue Gegenteil zu sein scheint, nämlich ein Musiker, aber auch ein Mensch, der mit Weihnachten viel verbindet, tut eine intensive Auseinandersetzung mit dieser Musik der Rezensentin in der kalten Winterzeit sicher ganz gut…
Till
Brönner - "The Christmas Album"
Und es stellt sich heraus, dass Till Brönner, selbstverständlich mit großartigen Gästen das ist eine seiner Spezialitäten eine CD eingespielt hat, die trotz der unterschiedlichen beteiligten Musiker eine warmherzige Einheitlichkeit ausstrahlt. Das ist durchaus eine Kunst und es freut das Herz, wenn äußerst erhebend Sänger wie Frank McComb, Stevie Woods, die New York Voices und viele andere den oft bekannten Liedern neues Leben einhauchen. Klar, auf so einem Album darf (muss vielleicht?) es auch kitschig, schwülstig, getragen und gefühlsduselig zugehen sonst wäre es ja nicht, was es ist, ein Weihnachtsalbum!
Schön, dass Lieder wie "What are you doing on New Year's Eve" oder "Winter Wonderland" viel Esprit verbreiten. Und interessant, dass Till Brönner eine seiner eigenen beiden Kompositionen mit "Christmas is never" betitelt hat. Kurz: diese Platte eignet sich wunderbar für einen kuscheligen Winterabend zu zweit (muss trotz des Materials gar nicht unbedingt der "Heilige" sein) oder aber für ein paar Stunden mit einem Glas Wein und einem guten Buch zur Musik allein. Aber bitte nicht zu melancholisch werden…
Kurz: "The Christmas Album" ist natürlich ein im besten Sinne sehr professionelles, gediegenes Werk geworden, das Till Brönner uns da unter den Baum legt aber das war nicht anders zu erwarten. Wer möchte, kann auch zur limitierten Doppel-LP oder zur goldverpackten Deluxe-Edition greifen da ist dann sogar noch eine Bonus-CD drin...
Carina Prange
CD: Till Brönner - "The Christmas Album" (Verve / Universal Music)
Till Brönner im Internet: www.tillbroenner.com
Universal Jazz im Internet: www.jazzecho.de
Cover: Walter Schönauer, Florian Reichl