"Shades of Jade", das neue Album des Bassisten Marc Johnson, fand seine Inspiration bei Scott La Faro: der einstige Bassist des Bill Evans Trio, auf dessen Stuhl Marc Johnson von 1978-80 nachfolgte, schrieb 1961 seine "Jade-Versions" - inwärts schauende Musik von hoher Intensität. Marc Johnson steht diesem Vorbild in nichts nach.
Marc
Johnson - "Shades of Jade"
Gemeinsam im Sextett ergründen Johnson und Joe Lovano (ts), John Scofield (g), Eliane Elias (p), Joey Baron (dr) und Alain Mallet (organ) die zarten, langsam fließenden Abschnitte eines sich in Windungen dahinschlängelnden Flusses. Und selbst wenn bei "Blue Nefertiti" das Wasser doch mal etwas temperamentvoller fließt und kleine Stöckchen an der Oberfläche zum Springen bringt: der harmonische Grundtenor der Musik bleibt bestehen.
Frei nach dem Motto "Weniger ist mehr" kommt dieses Sextett nicht klanggewaltig angerollt um unsere Wohnzimmerwände wackeln zu lassen. Nein, im Gegenteil: Entspannung, die dennoch einen Spannungsbogen hat, ist angesagt. Innerliche Musik mit äußerlicher absoluter Ausgeglichenheit, sehr balladesk.
Carina Prange
CD: Marc Johnson - "Shades of Jade"
(ECM Records ECM1894 9871477)
ECM Records im Internet: www.ecmrecords.com
Cover: Sascha Kleis