Mit Eleganz und Leichtigkeit transportiert Till Brönner auf seinem Album "Oceana" Klassiker in die Gegenwart. Hank Williams, Leonard Cohen, Nick Drake, Wes Montgomery oder Larry Goldings lauten die Namen der Urheber aus dem Umfeld der Songwriter und Jazzgreats dieser, mit ausgezeichneter Band eingespielten Stücke ...
Till
Brönner - "Oceana"
Dabei ist Till Brönner sicher nicht unbedingt versessen darauf, ganz in der Lovesongs-Smoothjazz-Ecke seines amerikanischen Kollegen Chris Botti zu landen. Er grenzt sich denn auch ab; Songmaterial und die Musik sind ausgezeichnet, wenn auch nicht innovativ. Die ein oder andere Gesangsstimme - Carla Bruni, Madeleine Peyroux seien namentlich genannt - bringt warmherzige Abwechslung und "Qualität" ist eines der wichtigsten Merkmale dieses Albums: Dafür sorgen die namhaften Mitmusiker Larry Goldings, Jay Bellerose, Dean Parks (genau: der Dean Parks) und David Piltch, der Produzent Larry Klein und nicht zuletzt Perfektionist Till Brönner selbst.
Was dem Album dennoch fehlt aber das ist vielleicht auch gar nicht der Anspruch, ist neben der, zwecks Hörtauglichkeit für ein breites Publikum gewollten Glätte, das "gewisse Etwas", der Pfiff, das I-Tüpfelchen in Form von ein ganz klein wenig Schrägheit.
Hier sind Könner am Werk in jeglicher Form der Reiz zum Nebenbeihören und zum hier und da Mithören ist da. Aber zu jenem zum Hören "en detail" fehlt eben etwas. Ein sehr schönes Album, möglicherweise etwas zu schön dafür auch für Radiohörer und Nicht-Jazz-Liebhaber gut geeignet.
Carina Prange
CD: Till Brönner - "Oceana" (Verve/Universal 06024 9877425)
Till Brönner im Internet: www.tillbroenner.com
Universal Jazz im Internet: www.jazzecho.de
Cover: Dirk Rudolph/Jim Rakete