Altbekannte Songs brauchen und vertragenab und zu eine Frischzellenkur. Gelingt dies, so freut einen das. So auch hier, wo Josefine Cronholm und Ray Anderson mit beeibdruckender Vocalperformance dem ehrwürdigen "Cheek to Cheek" mehr als nur Leben einhauchen und darüber die ältere Version mit Louis und Ella glatt vergessen machen.
P.
Dørge & New Jungle Orch. - "Dancing Cheek to Cheek"
Anschließend aber begeben sich Pierre Dørge und sein New Jungle Orchestra, wenn auch nicht in den Dschungel, so doch eindeutig nach Afrika: "Rosa Abe Dongola" (Rosa tanzt) featured den jungen Kora-Spieler Dawda Jobarteh. Jazzig und vollmundig geht es weiter mit dem indisch beeinflussten "Munzun Mun" und "Something New From Africa", das sich wiederum auf Südafrika bezieht.
Stücke wie "Dukish Mingus" oder "Sun Ra Saluting Mars" stellen spitzbübische Verneigungen vor den Großen dar, gewürzt mit allerhand instrumentaltechnischen Meisterstückchen (immer wieder gut: wiederum Ray Anderson an der Posaune). Und dann tun sie es wieder - die Exhumierung von "Body & Soul". Kennt man schon? Denkste.
Pierre Dørge und Konsorten bewegen sich unberechenbar zwischen klassischen Jazzstilen zwischen New Orleans und Modern und beziehen frohgemut Quellen des restlichen Globus ein. Zudem zeigt Dørge ein geschicktes Händchen bei der Wahl seiner Gäste. Wer wagt gewinnt.
Frank Bongers
CD: Pierre Dørge
& New Jungle Orchestra -
"Dancing Cheek to Cheek" (Stunt/Sunny Moon STUCD 04062)
Pierre Dørge im Internet: www.newjungleorchestra.com
Stunt Records im Internet: www.sundance.dk
Cover: Paul Wilson /Pierre Dørge