Den jüngeren Jazzfans ist Nat King Cole ja hauptsächlich noch durch das "Unforgettable"-Duett mit seiner Tochter Natalie bekannt. Aber er ist ein ganz Großer des Jazz, der vor allem durch sein Klavierspiel Generationen von Jazzmusikern geprägt hat. - Natürlich auch durch seine einzigartige Stimme. - Und die ganz Großen werden ja immer gerne durch Kollegen geehrt und bekommen eine Tribute-CD ...
Jörg
Seidel - "I feel so smoochie"
Jetzt hat der Jazzgitarrist Jörg Seidel mit seinem Trio seine Reminiszenzen an Nathaniel Adams Cole auf CD gebannt. Zusammen mit Peter Polzer am Klavier und Stefan Gfrerrer am Kontrabaß spielt der Bremerhavener Gitarre und singt dazu auch noch. Kein Schlagzeug! Genau die Trio-Besetzung , die Nat "erfand", und die danach beispielsweise Art Tatum und auch Oscar Peterson von ihm übernahmen. Viel Swing und auch viel Romantik.
Seidel ist ein guter Gitarrist mit viel Melodik und ergänzt sich gut mit Gferrer und Peter Polzer, welcher außerdem sehr melodiöse Improvisationen spielt. Polzer und Seidel verstehen sich musikalisch hervorragend - das kann man sehr gut bei ihren parallelen Soli hören. Als ganz speziellen Gast haben sich die drei noch Lee Harper eingeladen, der mit seiner Trompete ein paar weitere Glanzpunkte bei diesen Aufnahmen setzt.
Instrumentell also ein Album, das Spaß macht und sicherlich Nat King Cole gut gefallen hätte. Aber irgend etwas fehlt da doch - und das ist einfach die Stimme von Cole, die nicht "einfach so" zu ersetzen ist.
Thomas Dern
CD: Jörg Seidel - "I feel so smoochie" (Edition Collage EC 532-2)
Edition Collage im Internet: www.edition-collage.de
Cover: n.n.